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Interview – Videosprechstunde

Interview – Videosprechstunde

Lorenz ist 20 Jahre alt, studiert Wirtschaftswissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und ist seit seinem ersten Semester in unserem Verein Contact & Cooperation Würzburg e.V. Mitglied.


Hi Lorenz. Du hast vor ein paar Wochen ein neues Beratungsprojekt konzipiert. Um was genau ging es dabei?
Bei meinem Projekt ging es um die Beratung von Arztpraxen bezüglich Videosprechstunden und der anschließenden Implementierung dieser in den Praxisalltag. Ich persönlich finde, dass dieser digitale Service extrem viele Mehrwerte bietet, sowohl für den Arzt als auch seine Patienten. Doch viele Ärzte trauen sich leider nicht an dieses Tool heran oder es fehlt ihnen an technischem Know-How die Videosprechstunde in den Praxisalltag zu integrieren.


Was hat dich dazu bewegt, genau diese Art von Projekt anzugehen?
Ich wollte zu Beginn der Covid-19-Pandemie unbedingt die Unternehmen unterstützen, die trotz der Einschränkungen weiterarbeiten mussten. Es gab wirklich sehr viele Beschränkungen, wodurch fast alle Geschäfte schließen mussten. Arztpraxen waren neben Supermärkten und Apotheken eine der wenigen Einrichtungen, die weiterhin geöffnet waren. Doch diese hatten mit den enormen Einschränkungen zu kämpfen: Es durfte nur noch eine begrenzte Anzahl an Personen in die Praxis, im Wartezimmer fanden nur eine Hand voll Patienten Platz und auch das Personal befand sich in einer ganz neuen, teilweise schwierigen Situation. Ärzte haben daraufhin sehr viel telefonieren müssen, der wichtige persönliche Patientenkontakt ging hingegen verloren. Genau auf diese Situation haben wir reagiert. Die Videosprechstunde bietet die Möglichkeit, viele dieser Einschränkungen zu umgehen.


Wie war die Reaktion auf dein Projekt innerhalb des Vereins und auch bei den Kunden?
Den Vereinsvorstand hatte ich relativ schnell von meinem Projekt überzeugt. Auch bei den Arztpraxen kam es sehr gut an. Sofern wir Rückmeldung auf unser Angebot bekommen haben, war diese ausschließlich positiv, gerade auch weil das Projekt ein Pro-Bono-Projekt war. Nichtsdestotrotz ist natürlich eine Kaltakquise immer schwieriger als von einem Kunden eine konkrete Anfrage zu bekommen. Die Arztpraxen wurden in dieser Zeit zudem mit vielen Werbe-E-Mails überhäuft, in denen Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel angeboten wurden. Unsere E-Mail ging, meiner Meinung nach, teilweise unter.


Wie bist du dann letztendlich bei deinem Projekt vorgegangen?
Zunächst einmal haben wir verschiedene Anbieter der Videosprechstunde getestet und Wissen gesammelt bzw. vermehrt, um letztendlich den Kunden in vollem Umfang beraten zu können. Dabei haben wir unseren Fokus auf die Benutzeroberfläche der Plattform und den Datenschutz gelegt, der gerade bei Patientenkontakt zwingend eingehalten werden muss. Nachdem wir ein Projekt-Proposal erstellt haben, sind wir auf Arztpraxen zugegangen. Nach ein paar Tagen haben wir die erste Praxis akquirieren können, die vermehrtes Interesse an unserem Projekt zeigte.


Wie ist der aktuelle Stand bei deinem Projekt?
Bisher haben wir ein Projekt vollständig abgeschlossen. Wir konnten dadurch einer Arztpraxis enorm weiterhelfen. Mittlerweile ist die COVID-19 Situation etwas entspannter, dennoch würde ich jeder Arztpraxis zu der Videosprechstunde raten. Diese bietet viele Vorteile: räumliche Flexibilität, eine gute Alternative zu Hausbesuchen, bzw. regelmäßigen Visiten im Pflegeheim und bessere Abrechenbarkeit der Leistung als bei einem Telefonat. Außerdem hebt die Videosprechstunde die digitale Kompetenz der Praxis auf ein neues Level. Das kommt gerade beim jungen Publikum sehr gut an.


Was würdest du im Nachhinein bei dem Projekt oder auch bei einem neuen Projekt vielleicht anders machen?
Ich habe bei meinem Projekt gesehen, dass Kaltakquise extrem hart und zeitaufwändig ist. Wir haben dabei vor allem auf den Kontakt per E-Mail gesetzt. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, hätten wir unser Projekt auf mehreren Kanälen publizierten sollen, beispielweise über Fachzeitschriften wie das deutsche Ärzteblatt.


Was hast du bei dem Projekt für dich selbst gelernt?
Ich habe für mich sehr viel mitnehmen können. Schließlich war es mein erstes Beratungsprojekt als Projektleiter. Zum einen konnte ich tolle Erfahrungen sammeln und habe vor allem ein Verständnis dafür bekommen, was einem Kunden wichtig ist. Das umfasst einen sehr geringen bis gar keinen Aufwand für den Kunden sowie einen unkomplizierten Ablauf der Implementierung. Zum anderen habe ich spätestens jetzt gesehen, dass die Consulting-Branche genau mein Ding ist.


Was möchtest du anderen Junior Consultants mit auf den Weg geben?
Zunächst muss ich sagen, dass ich selbst noch am Anfang stehe. Ich rate dennoch jedem, der Interesse an Consulting hat, sich in diesem Bereich frühzeitig auszuprobieren. Dafür bietet die studentische Unternehmensberatung eine großartige Plattform. Gerade Pro-Bono-Projekte stellen eine ideale Möglichkeit dar, in die Beratungswelt reinzuschnuppern und sich selber zu testen. 


Verfasser/in: Paula Rausch

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